Der Begriff HEIMAT ist seit Monaten in aller Munde und wieder zeigen sich auch die Schwierigkeiten, die mit diesem Wort verbunden sind – vor allem wenn es um die Arbeit gegen Rassismus geht. Der selbst ernannte „Heimatminister“ Horst Seehofer bezeichnete Migration als die „Mutter aller Probleme“ und nicht etwa rassistische Diskriminierungen, die Menschen tagtäglich erfahren.

HEIMAT ist für uns im Organisationsteam nicht nur irgendein Namenszusatz zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus oder ein Trend, sondern eine Verpflichtung. Seit 2016 wollen wir mit unserem Programm einen Beitrag dazu leisten, dass Stuttgart eine Heimat für alle hier lebenden Menschen ist, bleibt und wird – frei von Diskriminierung und Rassismus.

Vom 11. bis 24. März 2019 fanden in Stuttgart unter dem Titel HEIMAT zum vierten Mal in Folge die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Mit einem groß angelegten Programm mit über 80 Veranstaltungen wurde ein deutliches Zeichen gegen Rassismus oder andere Formen von Ausgrenzung und für ein buntes, demokratisches Miteinander in unserer Stadt gesetzt.

Bausteine einer Fortbildung

An den Vormittagen fanden über 30 Workshops für Schulklassen statt. Von der Grundschule bis zur Berufsschule wurden Themen wie Hate Speech, Flucht & Migration, Rechtspopulismus und Diskriminierung bearbeitet. Mit den Workshops konnten wir etwa 750 Schüler*innen und deren Lehrkräfte erreichen.

Am Nachmittag und am Wochenende wurden 21 Fortbildungen für Multiplikator*innen wie pädagogische Fachkräfte angeboten. Es wurde zu den verschiedensten Themen wie „Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung“, „Antisemitismus in der Schule“, „Kritische Männlichkeit“ oder „Intersektionalität“ gearbeitet. Neben den klassischen Fortbildungen gab es auch zwei Argumentationstrainings und zwei Fortbildungen zu Empowerment. Mit unseren Fortbildungen konnten wir etwa 250 Multiplikator*innen aus Schule, Kindergarten, Verwaltung, Jugendarbeit oder Kulturarbeit erreichen.

Abschlusskonzert mit FEZZMO

Sporttaschen & -Rucksäcke

Am Abend gab es Abendveranstaltungen wie Lesungen, Theater, Film, Podiumsdiskussionen oder Kunstausstellungen. Bei den über 30 Veranstaltungen an vielen verschiedenen Orten in Stuttgart nahmen schätzungsweise 2.500 Personen teil. Am Samstag, 23. März gab es ein Abschlusskonzert mit der Band FEZZMO.

Am Samstag, den 16 März fand erstmalig ein kritischer Stadtspaziergang zum Thema „Koloniale Spuren in Stuttgart“ statt, der von fast 80 interessierten Personen besucht wurde.

Über 160 Personen folgten unserer Einladung zur Eröffnungsfeier am 12. März und nahmen an der Feierlichkeit teil, unter anderem viele Kooperationspartner*innen, Politiker*innen aus Stuttgart und der Umgebung und weitere Engagierte. Die Eröffnungsreden hielten die diesjährige Schirmherrin der bundesweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus, Muhterem Aras, sowie unser Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Zusätzlich lieferte die Menschenrechtspädagogin Melz Malayil einen Input zu Alltagsrassismus und stellte ihren Film vor. Im Anschluss gab es ein Gespräch mit Timo Hildebrand, der die Schirmherrschaft für HEIMAT – Internationale Wochen gegen Rassismus Stuttgart für das Jahr 2019 übernommen hat sowie Serkan Eren von STELP e.V. Beim anschließenden Stehempfang gab es viel Raum für Austausch.

Das HEIMAT-Banner am Stuttgarter Rathaus

Im Vorfeld zu HEIMAT – Internationale Wochen gegen Rassismus Stuttgart hatten wir dieses Jahr eine großangelegte Kampagne mit Plakaten und Postkarten. Außerdem war das Banner vom 19. – 23. März am Stuttgarter Rathaus zu sehen.

Die HEIMAT-Wochen werden von der Partnerschaft für Demokratie Stuttgart unterstützt, die vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

 

Hier finden Sie das Programmheft der HEIMAT-Wochen 2019.

Hier finden Sie das Schulprogrammheft der HEIMAT-Wochen 2019.

Hier finden Sie das Programmheft der vergangenen HEIMAT-Wochen 2018.